Innovation, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Umwelt und Sicherheit

Innovation

Als Unternehmen der Spezialchemie sind Innovationen für ALTANA ein wesentlicher Faktor, um unseren Kunden neue, wettbewerbsfähige Lösungen zu bieten und dabei aktuelle Anforderungen hinsichtlich Leistungsprofil, Kosten, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu erfüllen. Dank der engen Kooperation mit unseren Kunden gelingt es uns, globale Technologietrends frühzeitig zu erkennen und umgehend in neue Entwicklungsfelder eingebunden zu werden. So können maßgeschneiderte Lösungen schnell und zuverlässig entwickelt werden. Deshalb bauen wir einerseits auf bestehenden Kompetenzen auf und eignen uns andererseits neue Fähigkeiten an, um so unser Produktportfolio kontinuierlich den Markt- und Kundenbedürfnissen anzupassen.

Ein großes Potenzial besteht darüber hinaus in der geschäftsbereichsübergreifenden Kombination unserer Kompetenzen, um auf diesem Weg schneller und effizienter innovative Lösungen im Markt zu etablieren. Unseren Teams in Forschung und Entwicklung stehen dafür in den chemischen Laboren neueste Analytikmethoden sowie anwendungstechnische Prüflabore zur Verfügung. Zahlreiche Auszeichnungen durch unsere Kunden unterstreichen unseren Erfolg als innovativer Lösungsanbieter.

Zusätzlich zu den Aktivitäten in den Geschäftsbereichen werden auf ALTANA Ebene ausgewählte Innovationen initiiert und koordiniert, die neue Geschäftsfelder erschließen sollen und dabei Technologie- und Markttrends aufnehmen. Die Basis für diese Innovationen sind die starken Kompetenzen der Geschäftsbereiche entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Synergien, die sich zwischen den Bereichen ergeben. Für die Gestaltung neuer Innovationsbereiche nutzen wir unterschiedliche, sich aber thematisch ergänzende Herangehensweisen: das ALTANA Institute, unsere Technologieplattformen, Corporate Venturing und zusätzlich innovative Wachstumsfelder, sogenannte Growth Fields.

Mithilfe des ALTANA Institute werden externe Netzwerke und enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungsinstituten weltweit genutzt, um Impulse von außen für unsere Entwicklung zu erhalten. Hier kooperieren wir im Bereich der Grundlagenforschung auf Themengebieten, die das Fundament für weitere, stärker anwendungsorientierte interne Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bilden. Abgeschlossene Projekte wurden per Technologietransfer in unsere Geschäftsbereiche übergeben. Zudem konnten in diesem Jahr sieben weitere Projekte gestartet werden. Mit zwei Themen intensivierten wir unsere langjährige Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein und starteten darüber hinaus ein Projekt mit der Universität Bayreuth. Die strategische Partnerschaft mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena wurde mit zwei weiteren Projekten verstärkt. Zusätzlich wurde eine Forschungskooperation mit der TU Graz, Österreich, initiiert. Erstmals wird eine Doktorarbeit im ALTANA Institute an der Universität Twente, Niederlande, durchgeführt.

Die Investitionen von ALTANA im Bereich der Technologieplattformen stiegen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dies demonstriert den konstanten Ausbau des Bereichs, basierend auf zielgerichteten Kundenkooperationen.

Die in den Geschäftsbereich ELANTAS integrierte Technologieplattform „Printed Electronics“ hat im Berichtszeitraum die Marketing-Aktivitäten deutlich verstärkt und diese auf weitere Regionen ausgeweitet. Der Umsatz konnte durch zusätzliches Neugeschäft und ein erweitertes Produktportfolio gesteigert und die Projektpipeline weiter gefüllt werden.

Im Rahmen der Technologieplattform „Cubic Ink“ wurden die entsprechenden Produktportfolios sowohl für den Inkjet-Bereich als auch für die VAT-Polymerisation standardisiert und komplettiert. Hier konnte ein erster Großauftrag für den Anwendungsbereich in der Dentalmedizin akquiriert werden. Weitere Projekte stehen vor der finalen Freigabe.

Die Lasertransfer-Technologieplattform „Heliosonic“ konnte einen weiteren Druckkopf verkaufen und diesen beim Kunden in Betrieb nehmen. Zusätzlich wurde eine Druckmaschine mit größerer Druckbreite erfolgreich gebaut und abgenommen.

Durch die enge Kooperation zwischen den Bereichen Corporate Innovation und Corporate Venturing kann ALTANA kontinuierlich Technologie- und Marktpotenziale prüfen und mittels gezielter Beteiligungen an innovativen Technologieunternehmen in neue attraktive Märkte einsteigen. In diesem Zusammenhang hat ALTANA im Geschäftsjahr 2024 zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit dem neuen Beteiligungsunternehmen Nordtreat Group gestartet, um gemeinsam biobasierte Flammschutzadditive zu entwickeln.

Um wachstumsstarke profitable neue Geschäfte zu entwickeln, wurde ein Growth Field Projekt im Bereich Wasserstoff initiiert. Ziel ist es, bereits bestehende Kompetenzen weiter auszubauen, um innovative Lösungen für die Herstellung, den Transport und die Lagerung von Wasserstoff zu entwickeln.

Grundlage für unsere Innovationskraft ist eine offene und dynamische Unternehmenskultur, die weltweit 1.294 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Forschungs- und Entwicklungszentren Freiraum für kreatives und unternehmerisches Handeln gibt. Die Ausstattung in unseren Entwicklungszentren ermöglicht unseren Beschäftigten, ihre Ideen in marktreife Lösungen umzusetzen. Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind im Vergleich zum Vorjahr (196,5 Mio. €) um 16,8 Mio. € auf 213,3 Mio. € gestiegen. Der Rückgang des Umsatzanteils der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf 6,7 % (Vorjahr: 7,2 %) ist im Wesentlichen auf den deutlichen Anstieg des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Generell stehen unsere Aufwendungen in Verbindung mit dem Erreichen wichtiger Meilensteine, der Umsetzung individueller Kundenwünsche in künftige, innovative Produkte und der langfristigen Ausrichtung unserer Innovationsaktivitäten.


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Zum Jahresende 2024 beschäftigten die Gesellschaften der ALTANA Gruppe weltweit 8.382 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 7.939) und verzeichneten insgesamt einen Zuwachs um 443 Personen beziehungsweise 6 % gegenüber dem Vorjahr. Der wesentliche Grund für den Anstieg war die Akquisition der Silberline Gruppe im Januar 2024, die mit 430 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu beitrug.

Im Geschäftsbereich BYK erhöhte sich die Beschäftigtenzahl 2024 um 77 auf insgesamt 2.592 Personen (Vorjahr: 2.515). Der Anstieg an Beschäftigen betraf alle Funktionsbereiche, insbesondere Verwaltung, Forschung und Entwicklung sowie Produktion.

Bei ECKART stieg die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Laufe des Jahres 2024 um 389 auf 2.100 Personen (Vorjahr: 1.711). Durch die Akquisition der Silberline Gruppe erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 430 Personen, wobei 70 % dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Produktion tätig sind. Ohne Berücksichtigung der Silberline-Akquisition sank die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geschäftsbereich ECKART insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung, während es im Bereich der Produktion einen leichten Anstieg gab.

Im Geschäftsbereich ELANTAS sank die Beschäftigtenzahl um 60 Personen auf 2.041 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 2.101), im Wesentlichen begründet durch Integrationsmaßnahmen im Anschluß der Von Roll-Akquisition. Der Rückgang betraf neben der Produktion auch andere Funktionsbereiche.

Bei ACTEGA stieg die Beschäftigtenzahl im Jahresverlauf 2024 um 21 Personen auf 1.375 (Vorjahr: 1.354). Der Zuwachs im Geschäftsbereich ACTEGA erfolgte im Wesentlichen in den Bereichen Produktion und Verwaltung.

Bei den Konzernholdinggesellschaften stieg die Anzahl der Beschäftigten im abgeschlossenen Geschäftsjahr um 16 auf 274 Personen (Vorjahr: 258). Mit 12 Personen entfiel ein Großteil des Zuwachses auf die ALTANA Management Services GmbH (AMS), die sowohl globale als auch regionale Dienstleistungen für Konzerngesellschaften bereitstellt.

 

Die funktionale Struktur der Belegschaft veränderte sich im Geschäftsjahr 2024 durch den Erwerb der Silberline Gruppe lediglich geringfügig. Mit jetzt 54 % bzw. 4.546 Personen (Vorjahr: 4.270) stieg der Anteil der Beschäftigten in der Produktion an, davon 298 Personen durch den Erwerb der Silberline Gruppe. Die Anzahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Personen erhöhte sich 2024 um 29 auf 1.294 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.265), 40 davon aus der Übernahme der Silberline Gruppe. Im Bereich Marketing und Vertrieb stieg die Anzahl der Beschäftigten im Jahresverlauf 2024 um insgesamt 36 Personen auf 1.303 Personen (Vorjahr: 1.267). Hier wurden 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Silberline Gruppe übernommen. Die Verwaltung umfasste im Berichtsjahr 1.239 Beschäftigte (Vorjahr: 1.138), der Anstieg um 101 Personen beruht auch hier im Wesentlichen auf der Übernahme der Silberline Gruppe (56 Personen).

In der regionalen Struktur ergaben sich 2024 gegenüber dem Vorjahr nur geringfügige Verschiebungen von Europa zu Asien. Mit 5.181 Personen (Vorjahr: 5.091) entfiel auf die europäischen Konzerngesellschaften unverändert der weitaus größte Personalanteil. 3.873 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 3.847) waren zum Jahresende in Deutschland beschäftigt, mehrheitlich an den größten Produktions- und Entwicklungsstandorten der Geschäftsbereiche ECKART und BYK in Hartenstein bzw. Wesel. Durch die Einbeziehung der Silberline-Gesellschaften wuchs die Beschäftigtenzahl in Großbritannien um 87 Personen an. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Amerika stieg zum Jahresende 2024 um 135 auf 1.944 Personen (Vorjahr: 1.809), wobei der Zuwachs vorrangig auf die amerikanische Gesellschaft der Silberline Gruppe mit 123 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückzuführen ist. Die Beschäftigtenzahl der asiatischen Konzerngesellschaften wuchs um 218 Personen von 1.039 Personen im Vorjahr auf 1.257 Personen im Jahr 2024. Der Anteil der neu erworbenen asiatischen Silberline-Gesellschaften betrug 215 Personen, wobei die chinesischen Gesellschaften mit 206 Personen den größten Anteil stellten.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 waren 2.155 Frauen und 6.227 Männer bei ALTANA beschäftigt. 90 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen zum Bilanzstichtag in einem unbefristeten und 10 % in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Zum Ende 2024 waren von den weiblichen Beschäftigten 76 % in Vollzeit und 24 % in Teilzeit beschäftigt. Bei den Beschäftigten männlichen Geschlechts lag die Quote der Vollzeitbeschäftigten bei 97 %. Neben den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren zum 31. Dezember 2024 in allen Konzerngesellschaften 453 Leiharbeitskräfte beschäftigt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 384 ist vor allem auf eine hohe Anzahl von Leiharbeitskräften bei Von Roll (308) zurückzuführen, von denen der Großteil wiederum auf Von Roll India (287) entfällt.

Im Berichtsjahr lag der Schwerpunkt des Personalbereichs bei der Umsetzung neuer Initiativen und der Implementierung etablierter Prozesse und Systeme in weiteren ALTANA Gesellschaften. Diese Maßnahmen unterstützen das strategische Ziel des Bereichs, die Arbeitgeberattraktivität zu steigern und eine durch Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion geprägte Unternehmenskultur zu gestalten, die unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zudem ansprechende und adäquate Weiterbildungsmöglichkeiten bietet.

Zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität wurden unter anderem Befragungen unserer Belegschaft durchgeführt. Durch das Angebot der Zusatzleistung des Fahrrad-Leasings im Rahmen einer Entgeltumwandlung an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland wird seit dem 1. Januar 2024 nicht nur ein häufig genannter Wunsch erfüllt, sondern auch gleichzeitig die Gesundheit durch sportliche Betätigung gefördert. Die Voraussetzung hierfür konnte im Jahr 2023 durch den Abschluss eines Tarifvertrages zwischen der Gewerkschaft IGBCE und dem Bundesarbeitgeberverband Chemie BAVC geschaffen werden.

Ein wichtiger Schritt in der kontinuierlichen Ausweitung und Verbesserung des Weiterbildungsangebots wurde im Jahr 2024 durch die erstmalige Durchführung der sogenannten Wise Peers Initiative geschafft. Dieses Programm richtet sich speziell an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung innerhalb des Konzernverbunds verfügen. Im Rahmen dieses Weiterbildungs- und Aktivierungsprogramms wurden Themen wie Wissenstransfer, lebenslanges Lernen und Wertschätzung adressiert.

Neben der Implementierung von Zusatzleistungen und Weiterbildungsangeboten wurden auch die weitere Harmonisierung und Effizienzsteigerung in den Fokus genommen. Im Rahmen der Integration der Einzelunternehmen der ehemaligen Silberline Gruppe in die bestehenden Unternehmensstrukturen des Geschäftsbereichs ECKART und der ALTANA Gruppe wurde beispielsweise das Portfolio an Zusatzleistungen für die Beschäftigten der Silberline Inc. an das Angebot der anderen US-amerikanischen Gesellschaften angepasst. Dies wird zukünftig die lokalen Personalprozesse vereinfachen, ohne das Leistungsangebot für die Belegschaft maßgeblich zu reduzieren. Bereits seit mehreren Jahren werden alle ALTANA Gesellschaften in den USA über einen gemeinsamen Entgeltabrechnungsanbieter administriert und abgerechnet, der nun ab Januar 2025 ebenfalls die Silberline Inc. betreuen wird, um die Zusammenarbeit zukünftig zu vereinfachen. Diese Harmonisierung ist eine wichtige Voraussetzung, um Silberline im Folgejahr an SAP SuccessFactors und weitere IT-Systeme anzubinden.

Im Berichtsjahr wurde der Entgeltüberprüfungsprozess über SAP SuccessFactors auf weitere Konzerngesellschaften ausgeweitet, wodurch die Effizienz und die Transparenz des Prozesses erhöht wurden. Für 2025 sind weitere Implementierungen geplant.


Umwelt und Sicherheit

Umweltverträgliches Wirtschaften und Arbeitssicherheit sind zentrale Bestandteile der unternehmerischen Strategie von ALTANA. Die ALTANA Gruppe misst den Fortschritt im Bereich Umweltschutz mithilfe spezifischer Kennzahlen, wie den Verbräuchen beispielsweise aus den Energiequellen Erdgas oder elektrischer Strom mit den dadurch verursachten Treibhausgasemissionen, und im Bereich Sicherheit mithilfe von Unfallkennzahlen. Hierbei ist es unser Ziel, die Anzahl von Unfällen kontinuierlich zu verringern, idealerweise auf null.

Im Bereich Umweltschutz ist es unser Ziel, den Energieverbrauch an allen Standorten sowie in allen Bereichen kontinuierlich zu senken und den Einsatz von Energie aus regenerativen Quellen zu forcieren. Mit dem weltweiten Bezug von Grünstrom seit 2020 wurde ein erstes Etappenziel auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erreicht. Zudem investieren die Standorte jedes Jahr in Maßnahmen zur Energietransformation.

Ende September 2023 erwarb der Geschäftsbereich ELANTAS die Mehrheitsbeteiligung an der schweizerischen Von Roll Gruppe. Im Januar 2024 akquirierte der Geschäftsbereich ECKART die Silberline Gruppe. Die Daten aller Standorte der neu erworbenen Unternehmen sind ab dem Jahr 2024 vollständig in das bestehende Reportingsystem integriert.

Sicherheit hat bei ALTANA höchste Priorität. Durch technische und organisatorische Maßnahmen, die jeweils auf die Produktionsbedingungen der Standorte sowie auf die dort geltenden Gesetze und Vorschriften abgestimmt sind, sorgt die ALTANA Gruppe für eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheit ihrer Beschäftigten. Die ALTANA Standorte weltweit haben eine eigene Sicherheitsorganisation etabliert, die unter anderem für die Einhaltung aller lokalen Arbeitsschutzvorschriften, Schulungs- und Trainingsmaßnahmen sowie für die Erfassung und Auswertung von Unfällen zuständig ist. Gruppenweit dient der Work Accident Indicator (WAI) als zentrale Kennzahl, um die Entwicklung der Arbeitssicherheit an allen Standorten anhand der gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen zu erfassen und auszuwerten. Zur besseren Vergleichbarkeit werden drei Kennzahlen definiert: WAI 1 beschreibt die Anzahl der gemeldeten Arbeitsunfälle mit Ausfallzeiten von einem Tag oder mehr pro eine Million Arbeitsstunden. WAI 2 umfasst die Anzahl von gemeldeten Arbeitsunfällen mit Ausfallzeiten von mehr als drei Tagen pro eine Million Arbeitsstunden und WAI 3 stellt die Zahl der Ausfalltage aufgrund von gemeldeten Arbeitsunfällen pro eine Million Arbeitsstunden dar.

ALTANA ermittelt die Arbeitsstunden auf Basis der geleisteten Ist-Stunden. Sollte eine derartige Erfassung nicht möglich sein, erfolgt eine qualifizierte Schätzung der durchschnittlichen Leistungsstunden. Die Unfälle werden direkt vor Ort aufgenommen und innerhalb von 48 Stunden an einen definierten Personenkreis gemeldet. Quartalsweise werden die gemeldeten Unfälle mit Ausfalltagen in einem globalen IT-System ausgewertet. Im Anschluss stehen die Auswertungen allen Verantwortlichen (wie beispielsweise Vorstand, Geschäftsbereichsleitungen, Geschäftsführungen sowie Fachkräften aus dem Bereich Environment, Health and Safety – EH&S) zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten legt der ALTANA Vorstand zusammen mit dem Fachbereich EH&S für jedes Jahr Zielwerte für die drei WAI fest.

Für 2024 definierte ALTANA erneut ambitionierte Zielkorridore für alle drei Unfallkennzahlen (WAI 1: 0 bis 2,3; WAI 2: 0 bis 1,5 und WAI 3: 0 bis 27,0) und machte damit noch einmal deutlich, wie wichtig die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitssicherheit für das Unternehmen ist. Diese Zielwerte bezogen die neu erworbenen Unternehmen noch nicht mit ein, auch da diese einen unterschiedlichen Reifegrad ihrer Sicherheitskultur einbrachten. ALTANA hat das Ziel, die neuen Standorte innerhalb der nächsten drei Jahre auf das Sicherheitsniveau der bestehenden Gesellschaften zu heben. Um die Zielerreichung zu gewährleisten, weist ALTANA zukünftig zwei Sätze an WAI-Kennzahlen aus und vereinbart differenzierte Zielkorridore.

Unter Einbeziehung der neu erworbenen Gesellschaften ist die Anzahl der Unfälle gestiegen. Betrachtet man hingegen die Anzahl der Arbeitsunfälle ohne Akquisitionen, so ist es gelungen, die Werte im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu senken und die jeweiligen Zielkorridore zu erreichen. Global wurden bei ALTANA 41 Unfälle mit Ausfalltagen gemeldet. Davon sind 20 Unfälle den neu erworbenen Gesellschaften zuzuordnen. Insgesamt (inklusive der Akquisitionen) wurden im Vergleich zum Vorjahr 10 Unfälle mehr registriert. Auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden ergeben sich, bereinigt um die Akquisitionen, folgende WAI-Werte: WAI 1: 1,9 (Vorjahr: 2,8); WAI 2: 1,1 (Vorjahr: 1,7) und WAI 3: 21,5 (Vorjahr: 31,8). Inklusive der neu erworbenen Unternehmen ergeben sich WAI-Werte in Höhe von: WAI 1: 2,8; WAI 2: 1,9; WAI 3: 35,9.

Auch mit dem Thema Energieeffizienz und den damit verbundenen Emissionen von Treibhausgasen beschäftigt sich ALTANA bereits seit mehreren Jahren. Neben den absoluten Werten setzen wir die Energieverbräuche in Bezug zur Menge der hergestellten Fertigwaren. Für den Energieverbrauch – bezogen auf die produzierte Menge an Fertigwaren – legt ALTANA jährlich Reduktionsziele fest. Die Erfassung und Berechnung der Emissionen betrifft als Scope 1 die direkten Treibhausgasemissionen aus unternehmenseigenen beziehungsweise durch das Unternehmen kontrollierten Emissionsquellen. Dazu gehören beispielsweise die Verbrennung von Primärenergieträgern im Zuge der Wärmeerzeugung sowie der Kraftstoffverbrauch in der unternehmenseigenen Fahrzeugflotte an einigen Standorten. Zu Scope 2 zählen die indirekten Treibhausgasemissionen aus dem leistungsgebundenen Bezug von Elektrizität. Die Erfassung und Berechnung erfolgt nach dem Standard „A Corporate Accounting and Reporting Standard – Revised Edition“ der Initiative „Greenhouse Gas Protocol“. Die Energieverbräuche aller zum Konsolidierungskreis gehörenden Produktionsstandorte werden in einem globalen Reporting-System erfasst und ausgewertet. Die Berechnung der CO2-Äquivalente für Scope 2 erfolgt nach festgelegten Umrechnungsfaktoren (g CO2 eq / kWh) der IEA (International Energy Agency) entsprechend den aktuell publizierten Werten (2022) für die „location-based“ Methode sowie mithilfe von Emissionsfaktoren des Stromlieferanten oder eines individuellen Stromprodukts für die „market-based“ Methode. Für Scope 1 verwenden wir die aktuellen Umrechnungsfaktoren des IPCC (International Panel on Climate Change).

Die Gesellschaften ermitteln die Verbräuche grundsätzlich mittels Versorgerrechnungen. Sofern dies für die letzten beiden Monate des Berichtsjahres zeitlich nicht möglich ist, erfolgt zunächst eine qualifizierte Schätzung der Werte durch die Gesellschaften. Dadurch kann es im Folgejahr – sobald alle Rechnungen vorliegen – noch zu einer nachträglichen Anpassung des Vorjahreswerts kommen. Im Jahr 2024 hatte ALTANA insgesamt einen Energieverbrauch von 871.320 MWh (Vorjahr: 611.843 MWh). Die Hauptenergieträger waren Erdgas (467.990 MWh) und Strom (321.599 MWh). Für den spezifischen Energie-Kennwert – bezogen auf eine Tonne Fertigwaren – hat ALTANA für 2024 einen Zielwert von 1,17 MWh / t festgelegt und diesen mit 1,19 MWh / t (Vorjahr: 1,18 MWh / t) für die ALTANA Gruppe ohne Berücksichtigung der Akquisitionen leicht übertroffen. Inklusive der akquirierten Unternehmen der Von Roll Gruppe und der Silberline Gruppe ergibt sich ein spezifischer Energie-Kennwert von 1,50 MWh / t. Der deutlich höhere Wert ist dem unterschiedlichen Produktportfolio und den energieintensiveren Herstellprozessen geschuldet. Die daraus resultierenden Treibhausgasemissionen sind im weiteren Verlauf tabellarisch aufgeführt.

Für den zugekauften Strom in Höhe von 321.599 MWh haben wir die gleiche Menge an Herkunftszertifikaten gemäß den anerkannten Qualitätsstandards (zum Beispiel CoO für Europa, GREEN-E für die USA und IREC für China) und durch lokale Grünstromverträge sowie ein deutsches PPA (Power Purchase Agreement) erworben. Hierbei handelt es sich um Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen und dessen Herkunft per Herkunftsnachweis transparent gemacht wird. ALTANA plant, die Stilllegung dieser Herkunftsnachweise für 2024 im April 2025 zu finalisieren. Nach der „location-based“ Methode errechnen sich für diesen Strombezug zwar 113.751 Tonnen CO2-Äquivalente, aber dies entspricht, wie zuvor beschrieben, aufgrund der von ALTANA getroffenen Maßnahmen nach der „market-based“ Methode einer CO2-Emission von null. Aus dem Bezug von Dampf, Fernwärme und Druckluft werden nach der „location-based“ Methode und nach der „market-based“ Methode 1.880 Tonnen CO2-Äquivalente in Scope 2 an Treibhausgasemissionen verursacht. Im Jahr 2024 hat ALTANA Langzeit- sowie Kurzzeitziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen erfolgreich von der Science Based Targets initiative (SBTi) validieren lassen. Diese Ziele umfassen die Reduktion der Emissionen in den Scopes 1, 2 und 3. Um den Anforderungen des GHG-Protokolls und der SBTi gerecht zu werden, wurden in diesen Berechnungen rückwirkend auch die Treibhausgasemissionen unserer Akquisitionen von Von Roll, Silberline und Imaginant einbezogen. Diese Anpassungen basieren teils auf Hochrechnungen und teils auf tatsächlichen Ist-Daten. Die neu berechneten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) für die Jahre 2021, welches im Rahmen von SBTi als Basisjahr dient, und für 2023 einschließlich der Akquisitionen (angepasst) sind in der folgenden Tabelle den aus den Vorjahren berichteten Werten gegenübergestellt.

 

ALTANA hat sich im Rahmen von SBTi sowohl kurzfristige als auch langfristige Emissionsreduktionsziele gesetzt: So sollen bis 2032 in Scope 1 und 2 50 % an Emissionen im Vergleich zum Basisjahr reduziert werden. Bis 2040 wiederum sollen 90 % der Emissionen reduziert werden. Um den Fortschritt im Hinblick auf die Erreichung dieser Ziele zu überwachen, weist ALTANA jedes Jahr neben seinen Scope 1- und 2-Emissionen auch das jährliche Zwischenziel aus, welches gemäß SBTi-Zielpfad erreicht werden muss, um innerhalb des Treibhausgasbudgets zu bleiben, welches kompatibel mit den Pariser Klimazielen ist. Folgende Tabelle zeigt ALTANA Scope 1- und 2-Emissionen im Vergleich zum Basisjahr sowie dem angestrebten Zwischenziel.

 

 

Wie aus der Tabelle hervorgeht, wurde das jährliche Zwischenziel für Scope 1 und 2 im Jahr 2024 erreicht. Dies bestätigt das Engagement der ALTANA Gruppe für ihre Klimastrategie mit verschiedenen Maßnahmen und Projekten. Neben der Fokussierung auf die Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette investiert ALTANA auch in zertifizierte Klimaschutzprojekte. Bei der Auswahl der Projekte achten wir darauf, dass sie nach international anerkannten Standards wie
z. B. dem Verified Carbon Standard (VCS) zertifiziert sind und auch zu ausgewählten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen beitragen. Zusätzlich betrachten wir intern das so aufgebaute Portfolio in jährlichen Abständen und prüfen, ob es auch weiterhin unseren Anforderungen entspricht. ALTANA kompensiert für den Berichtszeitraum 103.300 Tonnen CO2-Äquivalente durch Zertifikate aus dem Projekt „Kinnaur Wasserkraftwerk“ am Fluss Satluj in der Region Himachal Pradesh, Indien (Verra Register VCU Seriennummer 9355-83857819-83961118-VCS-VCU-997-VER-IN-1-1742-01012018-31122018-0). Die Menge entspricht rund 88 % der in Scope 1 im Berichtsjahr verursachten Treibhausgasemissionen.

Dieser freiwillige Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels wird nicht mit den erzeugten Emissionen saldiert. Das Vorgehen entspricht aber den Best Practice-Empfehlungen der SBTi für Unterstützungsmaßnahmen auf dem Pfad zur Dekarbonisierung. ALTANA hat sich das Ziel gesetzt, ab dem Jahr 2025 genauso viele CO2-Äquivalente freiwillig zu kompensieren, wie das Unternehmen in Scope 1, Scope 2 und ausgewählten Kategorien von Scope 3 erzeugt.